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Gronau im 1. Weltkrieg

Wallenstedter Söhne im Ersten Weltkrieg

Das reglementierte Leben der Dorfbevölkerung während des Krieges und in der schweren Nachkriegszeit

Grund genug den Blick zurückzuwenden! Auch nachfolgende Generationen sind, wenn sie die Fotoalben sichten, immer noch geprägt von Erinnerungen.

Mobilmachung am 02. August 1914. Ein Befehl des Kriegsministeriums! Dieser Befehl wurde durch Aushang ortsüblich am schwarzen Brett in Wallenstedt bekannt gemacht!

Am 21. Februar 1916 beginnt die Schlacht um Verdun. Die Verteidigungslinie liegt ca. 27 Kilometer von der Stadt Verdun entfernt. Dieser Abschnitt wurde von den Soldaten "Todesmühle" genannt.  Trotz deutscher Anfangserfolge zeigt sich bereits Anfang März 1916, dass ein Durchbruch unwahrscheinlich ist.

Der Materialeinsatz auf dem ca. 40 Quadratkilometern großem Schlachtfeld ist fast unvorstellbar. Entland der Frontlinie wurden auf deutscher Seite ca. 1.200 Geschütze in Stellung gebracht. Mit einem neun Stunden langen Trommelfeuer sollte die Gegenseite "sturmreif" geschossen werden. 

Neben Flugzeugen, Panzern und Maschinengewehren kamen auch Flammenwerfer und Giftgas zum Einsatz. Die Frontsoldaten litten sehr in den noch kalten Wintertagen. Katastrophale Verhältnisse, schlechte oder gar keine Versorgung mit Lebensmitteln. Kilometerlange Stacheldrahtverhaue an den jeweiligen Frontabschnitten.

Einzelne Frontabschnitte lagen tagelang ununterbrochen unter Trommelfeuer. 

Die Zahl der Verluste stieg nach Schätzungen auf deutscher und französischer Seite von Februar bis Dezember 1916 auf rund 700.000 Tote. Die sehr verlustreichen Kämpfe führten das deutsche Heer an den Rand der Erschöpfung. 

In den ersten Kriegsmonaten läuteten - "amtlich angeordnet" - jedes Mal feierlich die Kirchenglocken, wenn eine Siegesmeldung eintraf. Obwohl der Krieg weit entfernt geführt wurde, fühlten sich die Menschen auch in den kleinen dörflichen Orten in das Kriegsgeschehen einbezogen.l

In vielen Familien trafen bald Trauerbotschaften ein. Mit der Meldung "Heldentod auf dem Feld der Ehre"!

Jetzt hörten sich die Glocken ganz anders an. Dieses Geläut war nicht angeordnet!

Die Tage des Jubelns war vorbei!

Ein Ende war nicht abzusehen!  - Das Geld wurde knapp -    

Der Kaiser brauchte Geld, der Ausweg hieß "Kriegsanleihen"!

In Protokollbuch der Gemeinde Wallenstedt sind neun Kriegsanleihen für diesen Krieg protokolliert. Die fünfte Kriegsanleihe vom 02. Oktober 1916 über 10.000 Mark wurde in Anwesenheit des damaligen königlichen Landrates Herr von Puttkammer (alter Landkreis Gronau) beschlossen. Die neunte und letzte Kriegsanleihe über 5,000 Mark wurde am 14. Oktober 1918 für Wallenstedt beschlossen. 

Der heutige Friedhof in Wallenstedt (damals noch neuer Friedhof genannt) wurde 1913 fertiggestellt. Die erste Bestattung auf dem Friedhof fand 1915 statt. 

Auf dem Schlachtfeld im Argonnerwald (frz. L´Argonne) wurde ein Wallenstedter bei einem Sturmangriff schwer verwundet. Zur Behandlung kam er in das Lazarett Egelfing bei München. Hier verstarb er am 25. März 1915 und wurde letztendlich in Wallenstedt beigesetzt.

  • In der Zeit des Ersten Weltkriegs 1916 hatte Wallenstedt 332 Einwohner
  • zum Vergleich: 1816 hatte Wallenstedt 358 Einwohner
  • im Januar 2016 wren es 302 Einwohner

Ganze Dörfer wurden in den Dienst des Krieges gestellt. An Winterausrüstung fehlte es den Frontsoldaten im Grabenkampf gänzlich. Wäsche und Kleidung wurde geschneidert, Wollstrümpfe wurden gestrickt und an die Front geschickt. Kinder und Frauen sammelten Lauf in großen Mengen, getrocknet wurde es zu Viehfutter. Die Verarbeitung wurde in der Gronauer Zuckerfabrik vorgenommen. Durch einen Großbrand in der Zuckerfabrik wurden im Jahre 1915 keine Rüben verarbeitet.

Vor 100 Jahren am 11. November 1918 endete der ERSTE WELTKRIEG!. auch der deutsch-französische Krieg genannt.

930.000 deutsche und 1 Million französische Soldaten sind gefallen.

Zur damaligen Zeit der "Grüße Krieg" genannt, wird er erst, seitdem der zweite noch schlimmere Krieg "Erster Weltkrieg" genannt.

Am 11. November 1918 vor genau 100 Jahren hatte diese Sinnlosigkeit ein Ende. Gleich zu Beginn des Krieges, am 3. August 1914, trat unmittelbar ein massive Armutsproblem auf. Viele Familien waren auf Hilfe angewiesen. 

In einem Eisenbahnwaggon im Wald Compiegne diktierte der französische Marschall Ferdinand Foch der Waffenstillstandsdelegation die Bedingungen zur Beendigung der Kampfhandlungen. 

Die von den deutschen besetzten Gebiete mussten innerhalb von vier Wochen verlassen sein. Deutschland lässt sämtliche Kriegsgefangenen frei. Die Lebensmittelblockade der Siegermächte bleibt bestehen. 

Deutschland muss die Forderungen der Siegermächte kommentarlos akzeptieren. 

Hunger quälte die Bevölkerung. In Deutschland kam es zu einem großen Ernährungs- u. Futternotstand.

Werner Löwensen, 01. Mai 2018

 

 

    

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