Die Geschichte der Stadt (1931)

8. Die Stadtverwaltung

Zur Zeit der Gründung Gronaus, also um das Jahr 1300, bestanden noch überall in den deutschen Landen die Gogerichte (Gaugerichte), denen ein Gograf als Vertreter des Landesherrn vorsaß. Gebildet wurde das Gericht von der Gesamtheit der freien Landsassen des Gaues. Es fand stets im Schatten einer alten Eiche oder Linde, auf dem Tie, statt, und noch heute erinnern vielfach Plätze mit alleinstehenden Bäumen oder mit Kreuzsteinen an solche früheren Gerichtsstätten.

 9. Die Kirchen

In dem frommen Mittelalter mit seiner einem einheitlichen christlichen Bekenntnis anhangenden Bevölkerung war keine Stadtgründung ohne den gleichzeitigen Bau einer, wenn auch noch so kleinen, bescheidenen Kirche denkbar. So steht es wohl außer Zweifel, daß auch Gronau von Anfang seines Bestehens, also von etwa 1298 an, ein eigenes Gotteshaus besessen hat; jedenfalls wird  d i e  e r s t e  G r o n a u e r  K i r c h e , die älteste Vorgängerin der heutigen St. Matthäikirche, bereits im

Die Schulen

Die evangelisch-lutherische Volksschule

Aus dem Testament des Vikars Cord Woltmann vom Jahre 1509 geht hervor, daß um diese Zeit in Gronau bereits eine Schule bestanden hat; denn es ist darin von einem "M e ß te r", d. h. Schulmeister, die Rede. Damit erschöpft sich aber auch unsere Kenntnis vom Schulwesen der Stadt Gronau in der vorreformatorischen Zeit. Die ersten spärlichen Nachrichten stammen dann erst wieder aus dem Jahre 1543. Sie sind in dem Berichte zu finden, den Anton Corninus im Anschluß an die Einführung der Reformation erstattete, dem sog. Bisitationsberichte. Der betreffende Abschnitt in dem "Abscheidt zu Gronau, dem radt daselbe gegeben 1543" lautet:

Feldmark, Fischerei und Flößerei

Der Stadt Gronau gehört eine Feldmark von 1865,5 Hektar Fläche; davon sind 1229 Hektar Acker, 34 Hektar Gärten, 142 Hektar Wiesen und Weiden, 271 Hektar Wald, 149 Hektar Unland, Wege, Wasser usw., 34 Hektar Haus- und Hofräume und 4 Hektar Obstanlagen. Die Stadt Gronau selbst besitzt 59 Hektar Land: 32 Hektar Acker, Wiesen und Gärten, die verpachtet sind, und 27 Hektar, die sich auf 4 Holzteile, den Stadtpark, Sportplatz und Uferruten verteilen.

 Verkehr und Wirtschaft

Schon lange vor der Gründung der Stadt Gronau führte eine der ältesten Hauptstraßen Niedersachsens, die noch heute als "Paderborner Heerstraße" (die heutige B240) bezeichnete Verbindung zwischen Hildesheim und Paderborn, von Marienhagen her über das nachmalige Gronauer Gebiet. Ganz in der Nähe der Stadt ging durch die Gronauer Feldmark die große Heerstraße Kassel-Göttingen-Hannover.

Google maps

Feuers- und Wassersnöte

Die Berichte über die gewaltigen Feuersbrünste der Jahre 1316-17, 1518, 1522, 1577 und 1703, bei denen die Stadt Gronau jedesmal ganz oder doch größtenteils zerstört worden ist, haben ihren Platz in der "Allgemeinen Geschichte" gefunden, weil sie nicht aus dem Entwicklungsgange der Stadt losgelöst und gesondert für sich betrachtet werden können. Aber auch später noch ist Gronau wiederholt von Schadenfeuern nicht geringeren Ausmaßes heimgesucht worden.

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